Anerkennungspreis 2019

Preisverleihung: 30. November 2019 um 10:30 in der Kapelle Bethanien in St. Niklausen

Preisträger: Dominikanerinnen von Bethanien in St. Niklausen OW

Die Dominikanerinnen von Bethanien sind eine 1866 in Frankreich entstandene Ordensgemeinschaft. Der junge Dominikaner P. Jean-Joseph Lataste hatte im pastoralen Kontakt mit gefangenen Frauen auf ihrer Suche nach Gott die Inspiration zur Gründung eines Ordens, der Frauen aus unterschiedlich geführten Lebenswegen ohne Diskriminierung die Weihe an Gott ermöglicht. Die Dominikanerinnen von Bethanien geben der Botschaft des Evangeliums von Gottes verzeihender Liebe weiten Raum. Ihre Gemeinschaften sind bestrebt, unter ihren Mitgliedern feinfühlige Solidarität, Achtung und Diskretion walten zu lassen. Sie pflegen besonderen Kontakt mit an den Rand geratenen Frauen, denen sie bis heute ihr Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit vermitteln wollen.

1937 zogen die Schwestern in Obwalden ein ins ehemalige Hotel Burgfluh in Kerns. 1964 richteten starke Erdbebenstösse grossen Schaden an, worauf der Neubau in St. Niklausen OW entstand, den die Schwestern seit 1972 bewohnen.

Hier führten die Schwestern jahrzehntelang ein beliebtes Gästehaus, das sowohl Einzelgästen wie auch Gruppen einen Rahmen zu besinnlicher Erholung und Begegnung in schöner Umgebung bot.

Mit fortschreitender Zeit nahm die Zahl der Schwestern ab, so wurde die Führung des Gästehauses problematisch. Es schien ein Zeichen der Vorsehung zu sein, dass die Gemeinschaft Chemin Neuf aus Frankreich sich meldete und Interesse zeigte an der Übernahme des Hauses. Während eines Jahres berieten sich die zwei Gemeinschaften und errichteten schliesslich am 20. September 2012 eine Allianz: Die Dominikanerinnen übergaben das Haus mitsamt dem Gästetrakt der Gemeinschaft Chemin Neuf und behielten das Recht, ihr Ordensleben hier weiter zu führen, und gleichzeitig verpflichteten sie sich, das Eigenleben der Gemeinschaft Chemin Neuf zu respektieren.

Seither leben beide Gemeinschaften neben- und miteinander, und das Gästehaus wird von der Gemeinschaft Chemin Neuf geführt und mit neuem Leben erfüllt.